2004.07.10 Chorreise "Zinzendorf und Schütz" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

    SKGB-Chorreise 2004 zu Zinzendorf und Schütz

    Bericht von Werner Seebass

    
    Samstag, 10. Juli
    Auf Reise geht S K G B
    im Wagen 4 vom I C E.
    Der Jakob hat, was reserviert,
    mit kleinen Zetteln rot markiert.
    Seid ihr zufrieden mit den Plätzen?
    Wer darf sich an den Jasstisch setzen?
    Wo sollen all die Koffer stehen?
    Habt nur Geduld, es wird schon gehen.
    In Basel steigt der Rest in’n Zug,
    der Sänger hat es nun genug.
    Der Toni kommt zu guter Letzt
    und nun sind alle Plätz’ besetzt.

    Wie nicht anders zu erwarten,
    hat auf früheren Singfahrten
    viele Fotos Fred kreiert,
    die er uns nun präsentiert.
    Von der Hugenottenreise
    bringt er grosszügigerweise
    Süsswein, an dem alle Lippen
    von uns Sängern dürfen nippen.
    Dass jeder schon im Voraus weiss,
    wo er am End’ der heut’gen Reis’
    sein müdes Haupt hinlegen kann,
    verteilt Doris den Zimmerplan.
    Der Uli, klug und überlegt,
    filmt all’s, was sich bei uns bewegt.
    In Dresden-Neustadt Erhard wart’t
    der uns per Bus nach Herrnhut karrt.
    In Herrnhut dreiteilt man uns jetzt,
    dann alle Betten sind besetzt.
    Sonja am goldnen Hochzeitstag
    den Abendtrunk spendieren mag.

    Sonntag,11. Juli
    Ganz wichtig ist für jedermann
    der ausgedruckte Tagesplan;
    er zeigt die Zeiten und die Fahrten
    und welche Speisen uns erwarten.
    Die Rückseite ist auch viel Wert,
    hier wird das Wichtigste erklärt.
    Reservehalber einen Plan
    hat Jakob, weil’s passieren kann,
    dass einer seinen hat vergessen;
    doch fragt wer, weil er’s nicht gelesen,
    ohn’ Antwort schickt ihn Jakob fort:
    hier gilt nur das geschrieb’ne Wort!
    In Herrnhut kriegt man mitgeteilt,
    wie einst die Mähren hergeeilt
    aus grosser Angst und Seelennot;
    sie fanden Arbeit hier und Brot.
    Ein Sechzehn-Stunden-Arbeitstag
    gewissen Wohlstand bringen mag.
    Die Frau im Hause spielt den Herrn,
    sie lässt den Abwasch andern gern.
    Doch Zinzendorfs Wort sagt genau:
    Befehl’n darf keinem Mann die Frau!
    Noch alte Mode wird gepflegt,
    wenn Frau ein weisses Häubchen trägt
    im Kirchsaal, wo viel’ Lieder klingen,
    die alle ohne Noten singen.
    Der Pfarrer sitzt auf grünem Thron
    und predigt in das Mikrophon,
    dass Gottes Wort sich breitet aus
    hinüber in das Krankenhaus.

    Vom Hutberg mit dem Aussichtsturm
    erblickt man fernen Regensturm,
    und wär das Wetter klar und schön,
    könnt dort die Schneekoppe man seh’n.
    Wir können zu des Hutbergs Füssen
    sechstausend Tote still begrüssen,
    die Schwestern rechts und links die Brüder,
    ein Sandstein deckt die toten Glieder.
    Linden gestutzt, auf grünen Matten,
    dem Gottesacker geben Schatten.

    Von Zinzendorf, dem edlen Grafen,
    erfährt man, was er hat geschaffen:
    von frommem Eifer hell entzündet,
    die Brüder-Unität er gründet.
    Vom König aus dem Land verbannt,
    sein Missionswerk schnell entstand.
    In aller Welt er Freunde findet,
    mit denen er Gemeinden gründet.
    Dazwischen schreibt er immer wieder
    für Gottesdienste fromme Lieder.
    Mit Geld nimmt er’s nicht sehr genau,
    das überlässt er seiner Frau.
    Viel’ Leute ihm Kredite geben;
    doch als am End’ sein Erdenleben,
    will jedermann sein Geld nun wieder;
    fast sechzig Jahr’ lang zahl’n die Brüder.
    Weil Herrnhut hat ‘nen guten Namen
    vier Bundespräsidenten kamen.
    Im Nachbar-Dörflein Berthelsdorf,
    wo lange lebte Zinzendorf,
    erzählt der Pfarrer leicht frustriert,
    wie seine Kirch’ nur vegetiert,
    weil Herrnhut, stark wie ein Magnet,
    ihm ständig vor der Sonne steht.
    Ein Schlossgut, einstmals eine Pracht,
    wird wiederum zurecht gemacht.
    Die Denkmalpflege schätzt das sehr,
    doch wo kommt nur das Kleingeld her?
    Dachziegel, handgemacht, sind teuro,
    du kaufst ein Stück für 20 Euro.
    In zwanzig Jahren darf man hoffen,
    sind Bistro und Museum offen.

    Im Felsenkeller, wo wir speisen,
    muss man dem Toni heut’ beweisen,
    dass unser Tagesplan sieht vor,
    zu üben abends mit dem Chor.

    Montag, 12. Juli
    Grosshennersdorf heisst unser Ziel,
    dort haben wir Zuhörer viel:
    Behinderte ganz eifrig lauschen,
    wenn Klänge durch die Kirche rauschen.
    Sie tun auch kaum dazwischenquatschen,
    jedoch beim „Amen“ tüchtig klatschen.
    Ein Igel, der ganz flehend schaut,
    wird unserm Toni anvertraut.
    Ganz ähnlich ist ihm sein Gesicht.
    nur seine Nase ist es nicht!
    Grosshennersdorf gehört zu Sachsen,
    hier Zinzendorf ist aufgewachsen.
    Die Oma, fromm, gelehrt, erstrebte,
    dass Ludwig Gott gehorsam lebte.
    Am End’ des dritten Reichs das Schloss
    war Bleibe für den Flüchtlingstross.
    Heut kann man nur Ruinen sehen,
    auf denen grosse Bäume stehen.

    Im Katharinenhof werd’n heut
    Behinderte sehr gut betreut.
    Die Zimmer haben ein / zwei Betten,
    sind bunt gestaltet von den netten
    Personen, die hier freundlich walten
    und alles schön und sauber halten.
    Im Flur die Bildergalerie
    zeigt den Apostel Paul so, wie
    er hier vor ein paar Jahren
    die Gastfreundschaft des Orts erfahren.
    Doch halt! wie man sich irren kann:
    Professor Kohler heisst der Mann.
    Zum Mittagsmahl in der Kantine
    gibt’s Paprika und dann Meline,
    Melone heisst zwar diese Frucht,
    doch zu mein’m Verslein passt das nucht.

    In Oybin, das bei Zittau liegt,
    die Raubritter Karl Vier bekriegt;
    er wirft sie aus dem Wald hinaus
    und baut sich dort das Kaiserhaus.
    Die Kirche an dem Felsgestein
    war für den Ort bald mal zu klein.
    August der Starke hob sodann
    Dach samt Empore etwas an.
    Der Raum wird länger um ‘ne Ecke,
    bebildert die Kasettendecke.
    Wie im Theater sitzt man nun,
    blickt abwärts auf des Pfarrers Tun
    und auf den Taufstein, über dem
    die Taube wie ein Greif zu seh’n.

    Die Burg, auf hohen Fels gebaut,
    ruiniert heut in die Gegend schaut.
    Die Klosterkirche gross und mächtig,
    zum Singen eignet sie sich prächtig;
    ihr fehlt das Dach, das gibt Problem’,
    bei Regen wird’s unangenehm.
    Zwei Flöten scheint das nicht zu stören,
    man kann sie weithin blasen hören.
    Mit Apfelstrudel, Eis, Kaffee
    geniesst man Felsen und die Höh’.
    Am Abend hab’n wir nicht gesungen,
    da sind wir bald ins Bett gegungen.

    Dienstag, 13. Juli
    Ganz pünktlich steht der Bus bereit,
    nach Görlitz geht die Reise heut’;
    ‘nen Riesenbagger sieht man rosten,
    typischer Anblick hier im Osten;
    Braunkohlegruben sind passé,
    stattdessen wächst ein grosser See.
    Die Rundfahrt durch die Aussenstadt
    zeigt, dass es auch viel Grün hier hat.
    Als wir dann durch die Altstadt laufen
    kann man oft lesen „zu verkaufen“.
    Manch’ Haus hofft, dass man es bewohn’
    manch ein’s auf die Renovation.
    Viel’ Häuser strahl’n in neuem Glanz,
    teilweis Barock, teils Renaissance.
    Zehntausend Wohnungen steh’n leer,
    wann kommen endlich Mieter her?
    Görlitz war einstmals sehr bekannt,
    weil es an einer Kreuzung stand.
    Von Ost nach West, von Nord nach Süd
    Textil- und andrer Handel blüht.
    Vom Stadtgemäuer, das einst schützte,
    doch spät’ren Zeiten nicht viel nützte,
    blieb übrig noch die Kaisertrutz,
    die einst vorm Alten Fritz bot Schutz.
    Ein Platz mit prächtigen Fassaden
    ward einst vergrössert für Paraden,
    dann war er Zentrum für Proteste,
    und heut’ dient er für manche Feste.
    „Platz der Befreiung“ war benannt
    der Ort, wo sich’s Gefängnis fand.

    „Peter und Paul“ gehört sodann
    zu dem Besichtigungsprogramm.
    Was eine Sonnenorgel ist,
    erklärt uns dort der Organist.
    Dank Schweizer Präzisionsarbeit
    ist sie heut’ wieder spielbereit.
    Von der Register Vielfalt wird
    uns eine Kostprobe serviert.
    Mit Onda-Maris-Schwebetönen
    tat man die Wandlung einst verschönen.
    Der Klang der siebzehn Sonnen wird
    mit Pedal Solo vorgeführt.
    In der fünfschiff’gen Kirch’ wir sehen
    als Attraktion drei Beichtstühl’ stehen,
    für Protestanten ungewohnt,
    doch schön, dass sich der Anblick lohnt.

    Am Nachmittag gibts eine Reise
    per Bahn nach Süd entlang der Neisse.
    In Zittau machen wir Besuch
    vor all’m beim grossen Fastentuch.
    Im zarten Licht zeigt’s seinen Reiz
    im Kirchenraum von Heilig Kreuz.
    Viel Wunder hat das Tuch erfahren,
    die Schweiz konnt’s vor Verfall bewahren.
    Johanneskirch’ in Zittaus Mitten,
    der Schinkel-Bau, als Kunst umstritten,
    wird kaum mehr in Betrieb genommen,
    weil selten so viel Gläub’ge kommen.
    Daneben in dem Dornsbachhaus
    geniessen wir den Abendschmaus.

    Durch’s Sorbenland fahr’n wir zurück,
    man gönnt uns einen kurzen Blick
    auf Bautzen, wo die Spree sich windet
    und wo man viele Türme findet.
    Der Schiefe Turm ist sehr bekannt,
    der Knast wird „Gelbes Elend“ g’nannt.
     
        Mittwoch, 14. Juli
    In der Landeshauptstadt Dresden
    Hotel Ibis ist vom Besten,
    was sich stattlich präsentiert,
    dazu voll klimatisiert.
    Zimmer klein, das Buffet gross,
    sechs Uhr geht der Baulärm los.
    Keine Trümmer will man lassen,
    stolz ist man auf breite Strassen;
    was die Väter einst hier schauten,
    neu erstehen diese Bauten.
    Orgelspiel und Elbterrasse,
    Zwinger, Fürstenzug, Münzgasse,
    Frauenkirche, neuer Bau,
    Rathaus und die Trümmerfrau,
    vieles gäb’s noch anzusehen,
    doch wir müssen weitergehen.

    In Leubnitz eine Kantorei,
    die hält uns diesen Abend frei.
    Wir singen Lieder, doch keine Kantate,
    und dann gibt’s Grillwurst und Salate.

    Donnerstag, 15. Juli
    Elbgebirge, Sächs’sche Schweiz
    bietet uns heut grossen Reiz.
    Über Treppen aufwärts steigen,
    bis sich tolle Ausblick’ zeigen:
    Schiffe auf der Elbe schweben,
    Felsentürme sich erheben.
    Mittagsrast auf der Bastei,
    Blick hinunter zu Karl May
    auf die Felsenbühne, wo
    derzeit regiert Winnetou.
    Schiff mit Schaufelrad bewehrt
    uns zurück nach Dresden fährt.

    Eine Gruppe, Mannen, Frauen
    pilgert durch die Elbe-Auen;
    Alice führt uns in das Haus,
    wo Kantor’n man bildet aus.
    Mit Orgeln, Singen, Liturgie,
    der Mensch wird zum Musik-Genie.

    Freitag, 16. Juli
    Die Gruppe heute früher startet,
    der Thomas mit dem Bus schon wartet.
    Er zeigt uns Sehenswürdigkeiten
    wie die Moschee aus bess’ren Zeiten,
    als man noch Zigaretten brauchte
    und als das Minarett noch rauchte.

    Ihren besondren Reiz entfalten
    in dieser Landschaft Abraumhalden,
    denn diese Hügel zeigen an,
    hier förderte man das Uran.

    In Köstritz, Stadt von schwarzem Bier,
    das Schütz-Geburtshaus sehn wir hier,
    gefüllt mit Briefen, Dokumenten,
    Bildern von Gönnern, Instrumenten,
    wie Zinken, Krummhorn und Posaunen,
    auch die Theorbe zum Bestaunen,
    Familien von Gamben, Lauten,
    sowie ein zart’ Spinett wir schauten.
    Im Goldnen Löwen gut wir speisen.
    Wenn anschliessend wir weiterreisen,
    wir Zeit zum Mittagsschlaf bekommen,
    bis wir in Weissenfels ankommen.

    Die Schlosskirch’ ausgezeichnet war,
    zu singen Schütz-Repertoir.
    In der Marienkirch’ dagegen
    glaubt man, wir sei’n die Denkmalpflegen.
    Im Schützhaus, völlig ungewöhnlich,
    begrüsst Herr Schütz uns höchst persönlich,
    er schildert, wie er angefangen
    und wie’s ihm später ist ergangen.
    Wir sehn im Bild, wo er logierte,
    und Muster, was er komponierte.

    Der Wissensdurst ist jetzt gestillt,
    wir haben unser Soll erfüllt.

    Samstag, 17. Juli
    Was wir die ganze Woch’ ersehnt,
    mit Sonne werd’n wir heut verwöhnt.
    Die Freudentränen sind verflossen,
    die uns von oben hab’n begossen.
    Und immer wieder singen wir
    „Le Grand, Le Grand, uns dürst’ nach dir.“
    Der Toni gab die rechten Tön’,
    geklungen hat’s fast immer schön
    (zumindest wenn man ihn anschaute
    und seinem Takt sich anvertraute).
    Mit Jakobinischer Organisation,
    mit Paulinischer Information,
    mit Dorinischer Caritas
    machte die Reise grossen Spass.
    Heimwärts geht’s nun froh und heiter
    mit grossem Dank an uns’re Leiter.

    Auch wenn zu End’ die Reis’ nach Plan,
    die Bahnrückfahrt fängt jetzt erst an.
    Fünf Regeln Jakob uns diktiert,
    damit in Frankfurt funktioniert,
    sich aufzuteilen auf zwei Wagen:
    die Koffer flott zur Mitte tragen,
    dann unverzüglich sich hinsetzen
    auf allen vorbestellten Plätzen.
    Als wir begrüssen Hessenland
    taucht auf ‘ne dicke Wolkenwand.
    Was wär’ ein Tag ohn’ Wettermucken,
    am Himmel sieht man Blitze zucken.
    In Fulda schliesslich ist’s geschehen,
    da bleibt der Zug nun lange stehen.
    Durch Blitzschlag in die Leitung ward
    verhindert uns’re Weiterfahrt.
    Dann plötzlich heisst es: steigt mal aus,
    der Nachbarzug bringt euch nach Haus.
    Im Wagen sieben finden wir
    genügend Plätze für uns hier.
    In Frankfurt Regel sechs hält her.
    die Plätze wechseln wir nicht mehr.
    Verspätet eine halbe Stunde
    in Basel kommt die Abschiedsrunde.
    Doch eh’s nach Zürich weitergeht,
    man nochmals dreiss’g Minuten steht.
    Das nehmen wir nun ganz gelassen,
    den letzten Zug wir nicht verpassen.
    Die Woche hab’n wir sehr genossen;
    hiermit wird dies Gedicht beschlossen.

    Donnerstag, 15. Juli
    Elbgebirge, Sächs’sche Schweiz
    bietet uns heut grossen Reiz.
    Über Treppen aufwärts steigen,
    bis sich tolle Ausblick’ zeigen:
    Schiffe auf der Elbe schweben,
    Felsentürme sich erheben.
    Mittagsrast auf der Bastei,
    Blick hinunter zu Karl May
    auf die Felsenbühne, wo
    derzeit regiert Winnetou.
    Schiff mit Schaufelrad bewehrt
    uns zurück nach Dresden fährt.

    Eine Gruppe, Mannen, Frauen
    pilgert durch die Elbe-Auen;
    Alice führt uns in das Haus,
    wo Kantor’n man bildet aus.
    Mit Orgeln, Singen, Liturgie,
    der Mensch wird zum Musik-Genie.

    Freitag, 16. Juli
    Die Gruppe heute früher startet,
    der Thomas mit dem Bus schon wartet.
    Er zeigt uns Sehenswürdigkeiten
    wie die Moschee aus bess’ren Zeiten,
    als man noch Zigaretten brauchte
    und als das Minarett noch rauchte.

    Ihren besondren Reiz entfalten
    in dieser Landschaft Abraumhalden,
    denn diese Hügel zeigen an,
    hier förderte man das Uran.

    In Köstritz, Stadt von schwarzem Bier,
    das Schütz-Geburtshaus sehn wir hier,
    gefüllt mit Briefen, Dokumenten,
    Bildern von Gönnern, Instrumenten,
    wie Zinken, Krummhorn und Posaunen,
    auch die Theorbe zum Bestaunen,
    Familien von Gamben, Lauten,
    sowie ein zart’ Spinett wir schauten.
    Im Goldnen Löwen gut wir speisen.
    Wenn anschliessend wir weiterreisen,
    wir Zeit zum Mittagsschlaf bekommen,
    bis wir in Weissenfels ankommen.

    Die Schlosskirch’ ausgezeichnet war,
    zu singen Schütz-Repertoir.
    In der Marienkirch’ dagegen
    glaubt man, wir sei’n die Denkmalpflegen.
    Im Schützhaus, völlig ungewöhnlich,
    begrüsst Herr Schütz uns höchst persönlich,
    er schildert, wie er angefangen
    und wie’s ihm später ist ergangen.
    Wir sehn im Bild, wo er logierte,
    und Muster, was er komponierte.

    Der Wissensdurst ist jetzt gestillt,
    wir haben unser Soll erfüllt.

    Samstag, 17. Juli
    Was wir die ganze Woch’ ersehnt,
    mit Sonne werd’n wir heut verwöhnt.
    Die Freudentränen sind verflossen,
    die uns von oben hab’n begossen.
    Und immer wieder singen wir
    „Le Grand, Le Grand, uns dürst’ nach dir.“
    Der Toni gab die rechten Tön’,
    geklungen hat’s fast immer schön
    (zumindest wenn man ihn anschaute
    und seinem Takt sich anvertraute).
    Mit Jakobinischer Organisation,
    mit Paulinischer Information,
    mit Dorinischer Caritas
    machte die Reise grossen Spass.
    Heimwärts geht’s nun froh und heiter
    mit grossem Dank an uns’re Leiter.

    Auch wenn zu End’ die Reis’ nach Plan,
    die Bahnrückfahrt fängt jetzt erst an.
    Fünf Regeln Jakob uns diktiert,
    damit in Frankfurt funktioniert,
    sich aufzuteilen auf zwei Wagen:
    die Koffer flott zur Mitte tragen,
    dann unverzüglich sich hinsetzen
    auf allen vorbestellten Plätzen.
    Als wir begrüssen Hessenland
    taucht auf ‘ne dicke Wolkenwand.
    Was wär’ ein Tag ohn’ Wettermucken,
    am Himmel sieht man Blitze zucken.
    In Fulda schliesslich ist’s geschehen,
    da bleibt der Zug nun lange stehen.
    Durch Blitzschlag in die Leitung ward
    verhindert uns’re Weiterfahrt.
    Dann plötzlich heisst es: steigt mal aus,
    der Nachbarzug bringt euch nach Haus.
    Im Wagen sieben finden wir
    genügend Plätze für uns hier.
    In Frankfurt Regel sechs hält her.
    die Plätze wechseln wir nicht mehr.
    Verspätet eine halbe Stunde
    in Basel kommt die Abschiedsrunde.
    Doch eh’s nach Zürich weitergeht,
    man nochmals dreiss’g Minuten steht.
    Das nehmen wir nun ganz gelassen,
    den letzten Zug wir nicht verpassen.
    Die Woche hab’n wir sehr genossen;
    hiermit wird dies Gedicht beschlossen
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:34 Uhr