| 2001.10.26 Dr. Faustus, Kindertheater |
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Bericht: Doktor Faust" für und mit Kindern 2001Ein ganz besonderes Zusammenspiel verschiedener Ausdrucks- formen (Singen, Schauspiel, Puppenspiel) war vom 26.-28. Oktober 2001 im Schaffhauser Münster zu erleben, vorgetragen mit einer ungewöhnlichen Selbstverständlichkeit. Eigens für diesen Raum und die Uraufführenden - allen voran die Singschule des Musikkonservatoriums Schaffhausen - wurde ein aussergewöhnliches Werk geschaffen: "Himmel, Erd und Höll, Dr. Johann Faust, eine tragische Historie". Angeregt wurde dieses Musiktheaterprojekt vom Leiter der Singschule, Hans-Jörg Ganz. Mitgetragen hat die Kommission für Kinder- und Jugendchorarbeit des Schweizerischen Kirchengesangsbundes (SKGB), die eine der drei Aufführungen als Höhepunkt ihrer in der Kartause Ittingen stattfindenden Weiterbildungstagung "Musiktheater für Kinder und Jugendliche" planten.Nach der ersten erfolgreichen Zusammenarbeit der Singschule mit dem Puppentheater Bleisch und dem Komponisten Urs Pfister im Jahre 1996 ("Vom Fischer und syner Fru"), ging man auf die Suche nach einem neuen, kindertauglichen Stoff. Nach etlichen Vorschlägen, vor allem auch biblischen Geschichten, blieb man bei der Thematik "Faust" hängen. Kindertauglich? Die kommende Arbeit würde es weisen, die Aufführungen haben es gezeigt.Was zwischen der Idee und der Realisation alles geschehen musste, haben die Hauptverantwortlichen in einem Gespräch vor den Kursteilnehmenden in der Kartause erzählt. Nach den geklärten Bedingungen (Chorbesetzung, Raum, Mitwirkende, Orchesterbesetzung, Inszenierungsvorgaben) konnte die Schreibarbeit (Textbuch) von Hanspeter Bleisch beginnen. Dieser lieferte seine Textvorlage an Urs Pfister, welcher die Musik dazu komponierte. Zur Ausgangslage gehörte folgender Rahmen: Der SKGB erteilt einen Kompositionsauftrag und übernimmt dafür die Kosten. Die Aufführungen sollen im Münster Schaffhausen stattfinden. Dieser Raum bietet spezielle Gegebenheiten (Akustik) und Chancen (Ausstrahlung, Ambiance). Ebenfalls soll die grosse Münsterorgel musikalisch integriert werden. Als Ausführende stehen fest: Kinder und Jugendliche der Singschule, professionelle Schauspieler (Katharina Kronberg, Roberto Bargellini), Figuren und Puppen (Spielerinnen des Puppentheaters Bleisch). Das ad hoc formierte Orchester mit Musikern aus der Region wie auch die Solisten Daniela David, Kornelia Bruggmann, Claudia Hold Bützer und Amadeus Bärtsch (alle in der Stimmbildungsarbeit der Singschule tätig) begleiteten und führten souverän durch die Geschichte. Nur schon dieser Gesamtaufwand, ohne von der mit Selbstverständlichkeit hochstehend vorgetragenen Darbietung zu sprechen, rechtfertigt eine Erwähnung. Das Repertoire an zeitgenössischen und herausfordernden Musiktheaterstücken für Kinder- und Jugendchöre ist schmal. Die oben geschilderte Zusammenarbeit (Komponist/ Textautor/ Chor) ist daher exemplarisch zu nennen. Dass ein solches Musiktheaterprojekt von kirchlicher Seite her gestützt und gefördert wird, dürfte einzigartig sein in unserem Land und sollte zur Nachahmung einladen. Ruth Wigger, „Schweizerischer Katholischer Kirchenmusik Verband“ |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:22 Uhr |


