2004.06.01 Literaturtreff PDF Drucken E-Mail
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Literaturtreff 2004


Tipps zum Singen mit Kindern und Jugendlichen

 
Einmal mehr fand im Juni der Literaturtreff in Zürich statt. Kompetent und aus einer langjährigen Praxis konnte Ingo Bredenbach vor über 40 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern von seinen Erfahrungen als Kinder- und Jugendchorleiter berichten. Ergänzt wurden seine Beiträge durch ebenso fundierte Tipps von Hans-Jörg Ganz und Roberto Alfarè.

Eingeladen zum Literaturtreff 2004 hat die ökumenische Kommission für Kinder- und  Jugendchorarbeit des Schweizerischen kath. Kirchenmusikerverbandes und des Schweizerischen Kirchengesangsbund. In Ihrer freundlichen und sympathischen Art, eröffnete die Kommissionspräsidentin Ruth Wigger den Tag um auch gleich das Wort an den Hauptreferenten Ingo Bredenbach zu übergeben, der singend Einstieg „Wir singen vor Freude, das Fest beginnt“. Bredenbach, der als Rektor der Hochschule für Kirchenmusik  in Tübingen den Hochschulkinderchor aufgebaut hat war vorher Bezirkskantor in Nagold. Auch hier gab es unter seiner Leitung eine erfolgreiche Kinderchorarbeit. Er  sprühte nur so von Energie und Ideen und man glaubt ihm sofort, dass er es nicht lassen könne an einer neuen Stelle als erstes einen Kinderchor aufzubauen. In zwei Blöcken stellte Bredenbach Literatur für Kinder und Jugendliche vor und machte Mut den Kinderchor als eine eigene Grösse zu sehen. Kinderchor kann nicht Vorbereitung auf den Erwachsenchor sein. Er muss ein eigens Profil haben. Zu stark sind heute die Wechsel und zu gross die Angebote, als dass man davon ausgehen kann, dass ein Mensch über Jahre dem gleichen Verein treu bleibt. Mut machte er auch gegen den Trend zu schwimmen und die klassische Musik nicht zu vernachlässigen, die Kinder zu fordern und fördern und berichtet aus eigenen Erfahrungen wie mit Kindern zweistimmige geistliche Konzerte von Schütz zu meistern sind oder gar die ganzen Solopartien aus Bach-Kantaten. Natürlich kann man mit Kindern nicht nur Bach singen seine weiteren Tipps bringen Geistliches und Weltliches vom Kretzschmar, Graap, Schweizer, Lemmermann, Schlenker, Gadsch, vielen anderen und natürlich auch eigene Werke.

In einer kurzen Sequenz stellte Hans-Jörg Ganz aus seiner Arbeit als Kantor in Winterthur-Töss und Singschulleiter in Schaffhausen einen bunten Strauss motivierender Kinderlieder vor, darunter einige mundartliche Leckerbissen und Weihnachtslieder. Roberto Alfarè berichtet von seinem Jugendchor in Neuhausen. Hier arbeitet er stark in Richtung Gospelchor. Vor allem im Bereich der evangelischen Freikirchen gibt’s eine enorme Auswahl an „moderner“ Literatur, die nach Sichtung der Texte sehr gut für die Arbeit mit Teenagern geeignet ist.

Die Form, durch gemeinsames Singen die Lieder gerade selber kennen zu lernen, aufgelockert durch den einen oder anderen Bewegungsablauf machen diesen Kurs ausserordentlich kurzweilig und ergeben einen guten Praxisbezug. Kein Verlust wird es sein, wenn in Zukunft die Vorstellung von Literatur durch Kursteilnehmer weg fällt. Die grossartige Notenausstellung der Dozenten zusammen mit der in diesem Jahr ausserordentlich umfangreichen Verkaufsausstellung der Musica Viva runden diesen Tag zu einer lehrreichen und informativen Veranstaltung ab. Ich freue mich schon wieder auf das nächste Jahr!

        Thomas Rink
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:22 Uhr