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2003.10.24 Gospel sing along PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

"Gospel sing along"

    Fortbildungskurs mit Peter Hamburger und Hartmut Naumann
    24. – 16. Oktober 2003 auf dem Twannberg


    Neuschnee, strahlende Sonne, eine fabelhafte Aussicht auf das Seeland und die Alpen, dazu die originelle Architektur und die Wohlfühlatmosphäre des Hotels Feriendorf Twannberg – die Rahmenbedingungen für ein gelungenes Fortbildungswochenende stimmten genau. Auch mit der Wahl der Dozenten Peter Hamburger und Hartmut Naumann hatten die Organisatoren, die ökumenische Kommission für Kinder- und Jugendchorarbeit (SKGB/ SKMV), eine glückliche Hand: zwei überaus kompetente und passionierte Musiker, die mit enormem Engagement und nicht erlahmender Energie ihre Sache vertraten und vermittelten. Die Teilnehmer des Kurses schliesslich waren eine bunte Mischung von ChorsängerInnen, ChorleiterInnen und (einigen wenigen) SolistInnen verschiedenster Herkunft, Ausbildung und Stilrichtung. Von denen, die nur mal reinschauen wollten, über die, die am liebsten nur singen, singen, singen wollten bis zu auf neue Anregungen und Tipps erpichte Profis waren Personen mit den unterschiedlichsten Erwartungshaltungen und Ansprüchen vertreten. Und in dem äusserst kompakten Programm (manchmal hätten längere Verschnaufpausen zur inneren Verarbeitung des Stoffes gut getan …) wurden dann auch eine breite Palette dessen, was den modernen Gospel ausmacht, angeboten. Bei körperfreundlicher Stimmbildung, Rhythmusübungen (mit Aha- Effekt, wie einfach Schwieriges sein kann, wenn es nur richtig angeboten wird), Soloimprovisationsversuchen, Schlagtechnik und Chorproben (mit viel Auswendigsingen von Musik verschiedenster Schwierigkeitsgrade) und guten Praxistipps für Chorleiter wurden "feeling" und Intuition mindestens ebenso gefordert wie der Intellekt. Schnell wurde auch klar, dass der zeitgenössische Gospel nicht mehr das gute, alte Spiritual ist, sondern sich auch an Tendenzen der modernen, nicht sakralen Musikentwicklung orientiert. Dadurch wird die praktische Realisierung, durch ein Minimum an Inszenierung und die obligatorische Mitwirkung einer Band natürlich auch recht aufwändig. Informativ waren ein historischer Abriss, die Notenausstellung des Musikhauses Krompholz sowie zwei Videoaufnahmen: eine von einem Original-Südstaaten-Gospelgottesdienst (für hiesige KirchenmusikerInnen etwas gewöhnungsbedürftig und manchmal auch recht lustig anzusehen), sowie die von einem Mega-Gospelkonzert in einem Stadion, mit professionellen Showeffekten. Selbstverständlich kam auch die Frage der spirituellen Aussage und Tragfähigkeit solcher Gospel-Shows auf, wobei die Antwort wohl eher eine Frage der Mentalitäten bleiben wird. Ein Abenteuer also, der moderne Gospel, ein Abenteuer, auf das es lohnt, sich einzulassen, sei es für die Praxis oder für die Erweiterung des persönlichen musikalischen Horizontes.
    Regina Kummer