2000.10.08 Herbstsingwoche 2000 PDF Drucken E-Mail
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Bericht von der Herbstsingwoche 2000

8. - 14. Oktober 2000 im Hotel Viktoria, Hasliberg.

Allenthalben wird im Jahr 2000 der 250ste Todestag von Johann Sebastian Bach begangen. So stand auch die Frühlingssingwoche auf dem Leuenberg und die Chorreise im Juli ganz im Zeichen dieses Jubiläums. Wer sich aber mit der Biographie J.S. Bach’s befasst, weiss, dass das Geschlecht der Bache vom 16. bis ins 19. Jahrhundert unzählige Musiker hervorbrachte. Johann Sebastian Bach war wohl der genialste Komponist und Organist, doch lohnt es sich absolut, sich auch mit Werken anderer Bache zu befassen. So standen auf dem Programm der Herbstsingwoche Motteten von Johann Christoph Bach, Johann Michael Bach und Johann Christoph Friedrich Bach. Folgende Werke wurden einstudiert: · Sei getreu bis in den Tod ( Johann Christoph Bach 1642 - 1703) · Der Mensch vom Weibe geboren ( Johann Christoph Bach 1642 - 1703) · Ich weiss, dass mein Erlöser lebt ( Johann Michael Bach 1648 - 1694) · Ehre sei Gott in der Höhe (Johann Michael Bach 1648 - 1694) · Zion hört die Wächter singen (Johann Christoph Friedrich Bach 1732 - 1795) · Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden (Johann Christoph Friedrich Bach 1732 - 1795) Der Chorleiter Hans-Jörg Ganz aus Winterthur verstand es meisterlich, den Chor zu begeistern. Allein schon das Einsingen am Morgen, sonst nicht immer bei allen Sängern beliebt, gestaltete er zu einer fröhlichen Angelegenheit. Müdigkeit während dem Singen kam nie auf. Zur Auflockerung durften zwischendurch auch kleine Kanons oder noch unbekannte Lieder aus dem RG gesungen werden. Erfreulicherweise stellten sich einige Teilnehmer zur Verfügung, bei der doppelchörigen Mottete "Ehre sei Gott in der Höhe" den ersten Chor mit ihren Instrumenten zu übernehmen. Übereinstimmend freuten sich alle 75 Teilnehmer an den beglückenden Stunden, da gesungen werden konnte. Pfarrer Anton Wyder nahm in den Morgenbetrachtungen Bezug auf die Texte der gesungenen Lieder und Motteten. Wie anders singt es sich doch, wenn deren Inhalt recht bedacht wird! Welcher Reichtum und welcher Trost sind doch in den Psalmen zu finden! All diese tiefen Gedanken, die Anton Wyder täglich zu formulieren verstand, begleiteten die Teilnehmer in den Tag und wohl auch in den Alltag zurück. In einer Singwoche wird natürlich nicht nur gesungen! Es bleibt Zeit zum Ausruhen, zum Spazieren nach dem Mittagessen, zur Pflege der Gemeinschaft, zum Plaudern. Ein Nachmittag steht auch zur freien Verfügung. Allerdings werden da auch Angebote gemacht: so besuchte eine Gruppe unter der kundigen Leitung von Anton Wyder die geschichtsträchtige Kirche von Meiringen. Eine andere Gruppe fuhr mit einem Extra-Kurs der PTT zu den Hasli-Kraftwerken. Dem Vernehmen nach muss es ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein, unter dem Stausee tief in den Berg hinein zu fahren und all die Vorkehrungen zu sehen, die es braucht, bis der Strom aus unsern Steckdosen kommt! Ganz besonderen Eindruck machte auch die Kristallgrotte, auf die während der Bauarbeiten im Berg gestossen wurde. Eine dritte Gruppe schliesslich wanderte durch die Aareschlucht, staunend was Wasser in Jahrmillionen ausrichten kann. Auch an den Abenden wurde ein Programm geboten: so führte ein Film an die Wirkungsstätten von Johann Sebastian Bach, begleitet von dessen wunderbarer Musik. Anton Wyder übernahm es, an dem nächsten Abend aus der Geschichte des Haslitals, von dessen Land und Leuten zu erzählen. Volkstanz am folgenden und traditionellerweise auch ein Abend mit Beiträgen der Teilnehmer gehört zum eisernen Bestand einer Singwoche. Höhepunkt der Woche aber war wohl der Freitagabend in der Kirche zu Meiringen! Umrahmt von einer ergreifenden Liturgie durften nochmals all die Werke erklingen, die während der Woche erarbeitet wurden. Feierstunde zum Abschluss im Gotteshaus, Wegzehrung zurück in den A lltag! Nach einem Unterbruch eines Jahrzehnts fand die Herbstsingwoche 2000 wieder im Hotel Viktoria in Reuti Hasliberg statt. Die wunderschöne Lage des Hotels, die komfortablen Zimmer, das gepflegte Essen, das freundliche Personal wurde sehr geschätzt. Alles in allem: die Tage hier wurden von allen Teilnehmern sehr genossen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. Februar 2009 um 18:26 Uhr